Mediathek
Willkommen in unserer Mediathek! Hier finden Sie umfangreiche Materialien, wichtige Informationen und praktische Formate zum Thema Batterierückgabe und dessen Kommunikation.
Wir unterstützen Sie mit unseren Materialien in der Kommunikation mit Verbraucher*innen! Ob allgemeine Informationen beispielsweise zur Lagerung, Rückgabe oder Nachhaltigkeitsthemen, digitale Materialien für Ihre Kanäle oder Druckvorlagen für Sammelstellen und Co – in der Material-Box haben wir für Sie digitale und Print-Dokumente zusammengestellt. Zudem bieten wir Ihnen an, auch individuelle Inhalte für Ihre Online-Kanäle zu produzieren oder einen gemeinsamen Post bei Instagram zu kreieren. Schreiben Sie uns dafür unter post@batterie-zurueck.de oder über eine Direktnachricht bei Instagram.
Alle Materialien stehen kostenfrei für Sie zur Verfügung! Beauftragen Sie die Druckerei Ihres Vertrauens oder bestellen Sie die gewünschten Materialien kostenpflichtig bei uns. Wie Sie die Materialien bestellen und verwenden können, erfahren Sie hier.

Warum jede zurückgegebene Batterie zählt und welche Herausforderungen uns in der Zukunft erwarten.
Wir freuen uns, den neuen Geschäftsführer der Geschäftsstelle zur Erfüllung der Hinweis- und Informationspflichten nach § 18 Abs. 3 und 4 BattG (Batterie-zurück) begrüßen zu dürfen: Andreas Kröniger übernimmt diese Position für das Geschäftsjahr 2025. Gleichzeitig verabschieden wir Michael Gormann (Landbell) und bedanken uns für sein Engagement als Geschäftsführer in 2024.
Als Prokurist leitet Andreas Kröniger derzeit den Bereich Circular and Compliance Solutions der Reverse Logistics Group (RLG) für Europa, zu der auch das Rücknahmesystem REBAT gehört. REBAT ist das größte Rücknahmesystem für Gerätebatterien in Deutschland und Europa. Seit Dezember 2021 gibt es mit REBAT+ ein zusätzliches Rücknahmesystem, das Batterieherstellern die Möglichkeit bietet, auch über das gesetzliche Maß hinaus aktiv zu werden.
Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Andreas Kröniger und haben mit ihm über seine Pläne und Wünsche für 2025 geredet.
Was treibt Sie an, die Geschäftsführung für Batterie-zurück zu übernehmen? Was kommt 2025 auf die Batteriewelt zu?
Ich bin schon seit 2007 im Batterieumfeld unterwegs. Seitdem ist das Thema Recycling fester Bestandteil meines Berufslebens. Dass ich von den Batterierücknahmesystemen nun für 2025 zum Geschäftsführer von Batterie-zurück gewählt wurde, freut mich sehr. In diesem Jahr möchte ich vor allem die bisher erfolgreiche Arbeit meiner Vorgänger fortsetzen.
Zusätzlich liegt der gemeinsame Fokus der Rücknahmesysteme 2025 unter anderem darauf, die gesetzliche Sammelquote anzugehen, die in zwei Jahren bei 63% liegen soll. Das ist eine Riesenchance, aber natürlich auch eine große Herausforderung!Dies können wir vor allem durch gezielte Aufklärungsarbeit durch die Geschäftsstelle Batterie-zurück erreichen. Spannend wird es zudem bezüglich der gesetzlichen Regelungen: Durch die vorgezogenen Bundestagswahlen wird der bisherige Gesetzesentwurf für das Batteriedurchführungsgesetz leider verfallen. Wie die Ausgestaltung des neuen Entwurfs aussehen wird und wann das derzeitige BattG dann abgelöst wird, bleibt abzuwarten.
Was sollten Verbraucherinnen und Verbraucher bezüglich korrekter Batterieentsorgung unbedingt wissen?
Klar muss sein: Jede Batterie zählt! Und jede Batterie, die im Hausmüll oder in der Umwelt landet, ist eine zu viel. Hier geht es natürlich einerseits um die Umweltbelastung und die Rohstoffe, die durch Fehlwürfe verloren gehen, aber auch um die Sammelquote.
Was Verbraucherinnen und Verbraucher auch bedenken sollten: Batterien und Akkus sind ein wichtiger Bestandteil in unserem Alltag, aber dabei kein ganz leichtes Produkt. Die Plastikhülle verrottet nicht, es sind kritische Rohstoffe enthalten, giftige Chemikalien können bei falscher Behandlung austreten und die Inhaltsstoffe müssen zudem mit hohem Aufwand getrennt recycelt werden. Auch wenn Batterien heute weniger Schadstoffe enthalten als früher, ist deren korrekte Entsorgung mit einigen Herausforderungen verbunden. Wir möchten das Bewusstsein dafür schärfen, was für einen komplexen Speicher die meisten Menschen da jeden Tag selbstverständlich in der Hand halten oder benutzen. Außerdem klären wir sie darüber auf, dass gefährliche Batterie-Fehlwürfe im Hausmüll oder in der Biotonne unbedingt vermieden werden müssen, damit keine Brände im Entsorgungsprozess entstehen.
Wie kann es gelingen, die Rückgabequote von derzeit 50% auf 63% bis Ende 2027 zu steigern?
Die zu steigernde Batterie-Rückgabequote ist eine große Herausforderung. 2027 ist nicht mehr weit! Für alle Rücknahmesysteme wird das sportlich – deshalb müssen wir an einem Strang ziehen. Aber es wird schwierig, denn der Markt kann nicht einfach einen Schalter umlegen. Es müssen bestenfalls neue Sammelstrukturen aufgebaut und neue Potentiale erschlossen werden. Ein Punkt ist beispielsweise, dass viele alte Batterien und Akkus bei den Menschen zu Hause herumliegen. Um das zu ändern, kommuniziert Batterie-zurück zielgenau. Aber die in heimischen Schubläden oder Kisten schlummernden Altbatterien können nicht alle der knapp 30.000t von ca. 60.000t jährlich in Umlauf gebrachter Batterien sein. Die Frage ist: Wo landen die restlichen Batterien und wie kommen wir an diese ran, um sie zu recyceln? Hierbei wird die Arbeit der Geschäftsstelle Batterie-zurück in Zukunft eine noch wichtigere Rolle spielen.
Außerdem sind die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsbetriebe selbstverständlich zentral in dieser Gleichung. Alte Batterien und Akkus sind kein Nischenthema und sollten wichtiger Bestandteil der Kommunikation an die Bürgerinnen und Bürger sein. Auch hier setzt die Geschäftsstelle Batterie-zurück mit ihrem breiten Angebot an Kommunikationsmaterialien an und informiert zielgruppengerecht.
Pressekontakt:
Geschäftsstelle der Gesellschaft bürgerlichen Rechts gem. §§ 705 ff. BGB und zur Erfüllung der Hinweis- und Informationspflichten nach § 18 Abs. 3 und 4 BattG
Pauline Krebs, Leiterin der Pressestelle
Tel.: +49 30 98452042
E-Mail: presse@batterie-zurueck.de
Gerne beantworten wir Ihre Fragen und stellen Ihnen Pressematerial zur Verfügung.
Warum sich PreZero nun auch in der Batterierücknahme-Branche engagiert
Seit Anfang 2025 betreibt der breit aufgestellte Umweltdienstleister PreZero mit „Prezero Return2Value“ ein Rücknahmesystem für ausgediente Batterien und Akkus – und gehört damit nun auch zur Gesellschaft bürgerlichen Rechts gem. §§ 705 ff. BGB und zur Erfüllung der Hinweis- und Informationspflichten nach § 18 Abs. 3 und 4 BattG.
Wir haben mit Mario Schäfer von PreZero gesprochen, warum sich das Unternehmen für die Rücknahme und das Recycling – nicht nur von Batterien – stark macht. Er begleitet seit 2023 als Produktmanager Batterien den Aufbau des dazugehörigen Rücknahmesystems.
Was hat PreZero dazu bewegt, sich seit diesem Jahr auch in der Batterierücknahme zu engagieren?
PreZero engagiert sich als Umweltdienstleister mit 122 Standorten in Deutschland seit Jahren für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft. Unser Ziel: Abfälle reduzieren, Ressourcen schonen und Rohstoffe im Kreislauf halten.
Mit unseren Rücknahmesystemen PreZero Dual, WEEE.turn und dem neuen Batteriesystem Return2Value bieten wir Herstellern umfassende Lösungen im Rahmen der Erweiterten Herstellerverantwortung. Besonders wichtig ist uns dabei die Wiederverwendung von Materialien – auch mit Blick auf die Rohstoffsicherung in Europa.
Unsere Rücknahmesysteme bauen auf bestehende Logistik- und Verwertungsstrukturen auf. So können wir Elektroaltgeräte und Batterien effizient erfassen, sortieren und aufbereiten – und gleichzeitig die Sicherheit erhöhen. Denn falsch entsorgte Batterien verursachen täglich Brände, die Menschen und Anlagen gefährden. Mit unserer Beteiligung an Batterie zurück wollen wir dahingehend gezielt aufklären und sensibilisieren.
Für uns bedeutet Kreislaufwirtschaft: Verantwortung übernehmen – ökologisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich.
Wie sieht aus Ihrer Sicht eine erfolgreiche Kommunikation im Sinne der Batterierückgabe aus?
Wir begrüßen es sehr, dass mit Batterie zurück bereits ein starkes Informationsangebot existiert. Da wir E-Schrott und Altbatterien bei PreZero gemeinsam betrachten, sind für uns immer Fragen wichtig, wie „Wo sind Batterien überall enthalten?“ und „Werden sie überhaupt erkannt?“. Denn viele Verbraucherinnen und Verbraucher wissen nicht, dass selbst in kleinen Geräten wie Kopfhörern oder E-Zigaretten Batterien verbaut sind. Genau hier setzen wir mit unserer Aufklärungsarbeit an.
Falsch entsorgte Geräte mit integrierten Energiespeichern stellen ein erhebliches Risiko dar – für Umwelt, Infrastruktur und für die Sicherheit von Menschen. Kommunikation ist notwendig, um das Bewusstsein für richtige Entsorgung zu stärken. Aber sie verfängt auch nur, wenn sie niedrigschwellig ist und die Menschen erreicht. Batterie zurück schafft es hier, im Namen aller Rücknahmesysteme, die Botschaft zu vermitteln.
Wo sehen Sie Herausforderungen oder Chancen bei der Batterierücknahme – auch mit Blick auf die erhöhten Sammelziele bis 2027 bzw. 2030?
Mit Blick auf die erhöhten Sammelziele 2027 und 2030 stehen alle europäischen Länder vor großen Herausforderungen. Deutschland hat mit einer im EU-Vergleich leicht erhöhten Sammelquote bereits starke Strukturen etabliert – darauf können wir aufbauen. Entscheidend wird sein, die Sammlung von Altbatterien im Alltag präsenter zu machen und auch, auf sich ändernde Vorgaben zu reagieren – etwa, dass Batterien künftig nicht mehr fest verbaut sein dürfen. Auch wächst der Anteil wiederaufladbarer Batterien am Markt stetig. Akkus ersetzen zunehmend Primärbatterien, da sie mehrfach genutzt werden können und deutlich länger im Umlauf bleiben.
Diese Entwicklung ist grundsätzlich positiv, bringt aber auch neue Herausforderungen mit sich: Je länger Akkus genutzt werden, desto später gelangen sie in die Sammlung zurück – was es erschweren kann, die ambitionierten Sammelquoten der Jahre 2027 und 2030 zu erreichen. Um die Quote weiter zu steigern, müssen wir die Hürden zur Rückgabe weiter senken – und den Menschen zeigen, wie einfach die Abgabe von Altbatterien tatsächlich ist. Kommunikation ist bei all diesen Themen ganz klar der Schlüssel.
Pressekontakt:
Geschäftsstelle der Gesellschaft bürgerlichen Rechts gem. §§ 705 ff. BGB und zur Erfüllung der Hinweis- und Informationspflichten nach § 18 Abs. 3 und 4 BattG
Pauline Krebs, Leiterin der Pressestelle
Tel.: +49 30 98452042
E-Mail: presse@batterie-zurueck.de
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Warum die Batterierückgabe für ihn eine Herzensangelegenheit ist und wir alte Batterien wie Pfandflaschen behandeln sollten.
Tim Bagner ist seit Januar 2023 Vorsitzender des Beirats der Geschäftsstelle Kommunikation nach §18 BattG. Der Beirat berät die fünf Rücknahmesysteme bei der Konzeption von Informationsmaßnahmen. Hierbei geht es etwa um die strategische Ausrichtung, die Weitergabe von Informationen oder den Erfahrungsaustausch untereinander.
Seit 2015 hat Tim Bagner verschiedene Positionen im Deutschen Städtetage inne und ist dort seit 2017 Referent für den Bereich Abfallwirtschaft und -politik. In dieser Funktion ist er auch für den Beirat aktiv. Wir sprachen mit ihm über seine Rolle innerhalb dieses Gremiums, seine Wünsche für den Umgang mit Batterien und seine Erwartungen an die Zukunft.
Was hat Sie bewogen, bei Batterie-zurück Beiratsvorsitzender zu werden?
In meiner Arbeit als Referent für Umweltpolitik bin ich mit den abfallpolitischen Themen, die die Kommunen betreffen, sehr vertraut. Diese sind dafür verantwortlich, dass Abfall ordnungsgemäß gesammelt und entsorgt wird. Die Kommunen haben aus Sicht der Abfallwirtschaft eine entscheidende Funktion, wenn es darum geht, den Stoffkreislauf zu schließen. Und hierbei sind Alt-Batterien natürlich ein wichtiger Bestandteil. Dass sie häufig als Nischenthema betrachtet werden, wird ihnen in keiner Weise gerecht. An dieser Stelle muss kommunikativ angesetzt und sachgemäß informiert werden. Das ist auch Aufgabe der Geschäftsstelle Batterie-zurück.
Im Batterie-Beirat ist quasi die gesamte Batterie-Wertschöpfung vertreten. Er stellt daher ein wichtiges Bindeglied zwischen den Herstellern, den Nutzerinnen und Nutzern sowie denjenigen dar, die am Ende die Stoffe weiterverarbeiten. Ich habe ein großes Interesse daran und mir macht es besonders viel Spaß, dieses wichtige Thema zu unterstützen und zu kommunizieren. Denn es betrifft uns alle – auch mich selbst.
Wie nehmen Sie Ihre Rolle im Beirat wahr?
Prinzipiell bin ich im Beirat einer unter vielen, würde ich sagen. Mein eigener Anspruch ist es, die Beiratssitzungen gut vorzubereiten, zu moderieren und vor allem gut zuzuhören. Aber ich gestalte auch gerne an verschiedenen Punkten aktiv mit oder entwickle Themen und Ideen für die Sitzungen. Insgesamt ist mir das gute Miteinander zwischen den Beiratsmitgliedern und auch mit der Geschäftsstelle sehr wichtig, denn nur so kann es uns gelingen, Themen zu platzieren und unser Ziel, die Sammelquote zu erhöhen, voranzubringen.
Welche Rolle haben die Kommunen bei der Batterierücknahme und warum ist Batterie-zurück dafür wichtig?
Neben dem Sammeln liegt die Kernkompetenz der Kommunen u. a. darin, erste Ansprechpartnerin für Bürgerinnen und Bürger bezüglich der Müllentsorgung zu sein. Sie klären über richtige Mülltrennung auf. Dazu gehört selbstverständlich auch die Batterierückgabe. Wenn Batterien falsch entsorgt werden, sind Kommunen ja oftmals die Leidtragenden, beispielsweise durch Brände in Entsorgungsfahrzeugen oder -anlagen. Gleichzeitig sind sie in der Verantwortung, alte Batterien zu sammeln. Hier spielt die Kampagne „Batterie-zurück“ eine große Rolle! Sie funktioniert vor allem über die gestalteten Icons und andere Kommunikationsmittel. Die Kampagne ist ein absoluter Mehrwert, wenn es darum geht, in die Fläche, also auch in kleinere Gemeinden, zu kommen.
Natürlich stellen wir uns immer die Frage: Machen wir genug? Denn die Nachrichten von Bränden werden nicht weniger. Wir können und müssen betroffene Akteure und Individuen mit einbeziehen. Da immer mehr Geräte mit Batterie oder Akku betrieben werden, wird uns das Thema in Zukunft noch stärker beschäftigen. Die Herausforderungen sind groß, aber im Sinne der Kreislaufwirtschaft müssen die in Batterien enthaltenen Rohstoffe unbedingt wiederverwendet werden. Das zu vermitteln, dazu leistet die Kampagne einen zentralen Beitrag.
Wie gehen Sie selbst mit Ihren Batterien zu Hause um?
Tatsächlich habe ich ein kleines grünes Kästchen in meiner Küche, in dem ich alte Batterien sammle. Sobald es überquillt, nehme ich die leeren Batterien zum Einkaufen einfach mit und entsorge sie dort. Nicht nur beruflich, sondern auch in meiner Familie ist Batteriesammlung und -rückgabe ein großes Thema. Da es mir eine Herzensangelegenheit ist, versuche ich auch meine Kinder dafür früh zu sensibilisieren. Das muss wie bei Pfandflaschen funktionieren: Man steckt sie ein und nimmt sie beim nächsten Einkauf einfach mit.
Aber nicht nur für uns Verbraucherinnen und Verbraucher sollte es selbstverständlich sein, alte Batterien abzugeben. Auch Mitarbeitende des Handels spielen dabei eine wichtige Rolle, sie müssen geschult sein und handfeste Informationen rausgeben können. Beispielsweise auch zu Elektro-Altgeräten. Hier braucht es manchmal mehrere Mitarbeitende, bis klar wird, dass ich tatsächlich meine alten Elektrogeräte an der Kasse abgeben kann – obwohl es gesetzlich verankert ist.
Kennen Sie Beispiele aus anderen Ländern, wo Batterierückgabe gut funktioniert? Was finden Sie hier inspirierend?
Ich glaube, wir sind in Deutschland schon sehr gut aufgestellt. Insgesamt gibt es in anderen Ländern Ansätze, die ich aber spannend finde. Beispielsweise ist die Haushaltssammlung in Schweden viel komplexer, mit bis zu acht verschiedenen Fraktionen, zu denen man bereits im Haushalt trennt. Insgesamt würde ich gerne den Blick auch über den Tellerrand richten, das wäre sicher auch ein spannendes Thema für den Beirat.
Haben Sie ein Beispiel für einen neuen Ansatz?
Auch wenn die genannten Container für multiple Entsorgungszwecke hilfreich sein können, um die Sammlung zu vereinfachen, glaube ich persönlich fest daran: Wir müssen noch näher an die Verbraucherinnen und Verbraucher ran. Das kann durch mehr (auch freiwillige) Sammelstellen oder über ein Holen anstelle eines Bringens funktionieren. Klar helfen Aufklärung und Information. Aber ich finde es richtig, zu überlegen, ob und wie man in Haushalten eine eigene Sammlung mit Holsystem aufbauen könnte. Zum Beispiel könnte es wie beim Sperrmüll feste Tage geben, an denen alte Batterien, Akkus und Elektrogeräte abgeholt werden. Oder: Warum können die Packstationen der Deutschen Post nicht auch für die Rückgabe von Batterien genutzt werden? In solchen Überlegungen steckt viel Potential. Selbstverständlich müssen aber Aufwand und Kosten für die Rücknahmesysteme immer mitgedacht werden.
Woran liegt es, dass die Rückgabequote eher gering ist? Was kann man hier aus Kommunikationssicht noch besser machen?
Das ist keine einfache Frage und ich kann darauf keine einfache Antwort geben. Klar ist, dass das Thema die Kommunen stark beschäftigt. Aus meiner Sicht ist es wichtig, das Thema Bat- terierückgabe in einen größeren gesellschaftlichen Kontext zu stellen: Was bedeutet es bezüglich Umweltschutz, Ressourcenschonung und Rohstoffabbau? Kommunikativ kann es also um Verhaltensänderungen zugunsten des Klimaschutzes gehen, aber auch zugunsten des Ortes, in dem jede und jeder Einzelne lebt. Sprich, die Betroffenheit der Gemeinschaft und des Individuums kann als kommunikativer Aufhänger dienen, um die Leute auf die Thematik und das Problem aufmerksam zu machen.
Hierbei ist tatsächlich auch ein Unterschied in der Kommunikation zu sehen: Bürgerinnen und Bürger, die einen Brandfall durch Batterien oder Akkus im Hausmüll schon einmal erlebt haben, verhalten sich anders und sind empfänglicher für Informationen der Kommunen zur Batterierückgabe. Natürlich brauchen wir aber möglichst präventive Verhaltensänderung.
Wir haben ein großes Ziel vor uns: In zwei Jahren soll die Rückgabequote schon um zehn Prozent steigen. Lassen Sie uns „Wünsch dir was“ spielen – wie könnte das Problem gelöst und die Quote erhöht werden?
Natürlich spielen Wissen und Information immer eine große Rolle, um die Rückgabequote zu erhöhen. Die Grundfrage ist: Wie bekommen wir Menschen dazu, ihr Verhalten zu ändern und keine Einwegprodukte mehr zu kaufen oder Batterien richtig abzugeben? Information hat hier seine Grenzen, nicht alle sind empfänglich dafür. Zusätzlich glaube ich, dass die Verantwortung auch nicht ausschließlich bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern oder den Kommunen liegen sollte. Daher würde ich mir mehr Verpflichtungen und Verantwortungsübernahme bei der Politik wünschen, die Produzenten und den Handel stärker zu regeln. Wir brauchen vorne in der Wertschöpfungskette Veränderungen in Richtung Langlebigkeit und Reparierbarkeit von Produkten. Konkret für Batterien sollte der Handel noch eindeutiger und transparenter am Point of Sale, also am Verkaufspunkt von Batterien und Akkus, auf die Rückgabemöglichkeiten sowie die Gefahren von falscher Entsorgung hinweisen. Zudem könnte eine Struktur geschaffen werden, sodass offizielle Sammelstellen an der Batterie-Rücknahme verdienen. Auch sollte die Verantwortung der Batterie- und Akku-Hersteller, dass produzierte Batterien auch wieder zurückkommen, wesentlich größer ausfallen.
Auf der anderen Seite braucht es vermutlich auch eine Art Belohnungssystem für die Verbrau- cherinnen und Verbraucher. Die Menschen benötigen einen Anreiz, ihre Batterien zurückzubringen. So bekommen wir vielleicht auch die Personen, die nicht über Umweltschutz oder Sicherheit in der eigenen Kommune ins Boot geholt werden können. Derzeit wird ja das Thema rund um einen Batterie-Pfand – zumindest für größere Batterien - heiß diskutiert. Das wäre natürlich auch für Gerätebatterien denkbar; muss aber gut durchdacht werden.
Was glauben Sie, wie die Batteriewelt sich in den nächsten 50 Jahren entwickeln wird?
Das ist eine gute Frage! Ich glaube, dass noch mehr Dinge unseres Lebens zukünftig batteriebetrieben sein werden. Batterien werden immer leistungsfähiger und langlebiger. Das wird einiges verändern, die Batteriemengen werden weiter steigen und die Zeitspanne, in der Batterien nach dem Kauf zurückgegeben werden, vermutlich länger. Dahingehend muss es unbedingt gesetzliche Anpassungen geben.
Auch die Frage der Wiederverwendung von ausgedienten Industrie- oder Fahrzeugbatterien wird uns vermutlich immer mehr beschäftigen, da gibt es jetzt schon tolle Projekte für Second-Life-Batteriespeicher bei E-Autos oder Solaranlagen. Vermutlich wird das Thema der Batterierückgabe anders in die Gesellschaft eingebettet sein, spätestens wenn noch deutlicher wird, dass Ressourcen und Rohstoffe knapp werden. Was wird uns überhaupt in 50 Jahren noch zur Verfügung stehen? Da werden der Sekundärrohstoffmarkt und Mechanismen der Rückgewinnung sicher ein noch wichtigerer Bestandteil sein als sie es heute schon sind. Die Kreativität, an das Sekundärmaterial in den Batterien und Akkus heranzukommen, wird demnach steigen müssen und das Thema der Rohstoffunabhängigkeit in Deutschland wird an Wichtigkeit gewinnen.
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Pauline Krebs, Leiterin der Pressestelle
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